{"id":115,"date":"2015-09-06T23:58:22","date_gmt":"2015-09-06T21:58:22","guid":{"rendered":"http:\/\/rose.dpin.de\/?p=115"},"modified":"2015-09-07T00:35:37","modified_gmt":"2015-09-06T22:35:37","slug":"115","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rose.dpin.de\/?p=115","title":{"rendered":"&#8218;Sei gef\u00e4lligst dankbar \u2026.!&#8216;  Zur Feedback &#8211; Problematik"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>&#8218;Sei gef\u00e4lligst dankbar \u2026.!&#8216;<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Zur Feedback &#8211; Problematik<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Heute werde ich es mir anma\u00dfen, ein Tabu-Thema anzusprechen, das immer wieder Diskussionen ausl\u00f6st \u2013 sofern man nat\u00fcrlich in der passenden Szene unterwegs ist. Die Szene, \u00fcber die ich berichten m\u00f6chte, ist die FanFiktion-Szene.<\/p>\n<p>Die Floskeln, was FanFiktion ist, was es genau beinhaltet, wo seine Urspr\u00fcnge liegen usw. werde ich mir ersparen. Die Meisten d\u00fcrften mit der Materie vertraut sein \u2013 man schreibt Geschichten zu bereits existierenden Fandoms. Nat\u00fcrlich werden auch Originale auf FF-Portalen hochgeladen, aber darum geht es nicht.<br \/>\nWor\u00fcber ich schreiben m\u00f6chte, ist etwas anderes: es geht um das Feedback, um Kommentare und um Reviews.<br \/>\nEs gibt auf den verschiedenen FanFiktion-Seiten viele M\u00f6glichkeiten, Kritik zu \u00e4u\u00dfern. Durch Empfehlungen, Sternchen, Kudos, Likes und nat\u00fcrlich die klassische Variante: durch Kommentare. Ihr Zweck ist es, dem Autor einer Geschichte deutlich zu machen, was man von der Geschichte oder auch einem einzelnen Kapitel h\u00e4lt.<br \/>\nDoch bei all den oben genannten Kritikm\u00f6glichkeiten scheinen viele Leute zu vergessen, dass Reviews den Autoren die einzige M\u00f6glichkeit bieten, eine aktive R\u00fcckmeldung zu bekommen, sich auszutauschen oder auch Kontakte zu kn\u00fcpfen. Ein ausgelutsches Argument? Vielleicht, doch gleichzeitig bittere Wahrheit.<\/p>\n<p>Wo liegt also mein Problem? Warum widme ich meine Zeit einem Blogeintrag \u00fcber Feedback zu FanFiktion? Zum einen liegt es daran, dass ich selbst leidenschaftliche Vollblut-Autorin bin und auf FF-Portalen hochlade, zum anderen scheint die Thematik nicht unbekannt zu sein. Ich habe von vielen Seiten bereits \u00e4hnliche Aussagen geh\u00f6rt, aber keiner scheint es auch nur zu wagen, es offen anzusprechen: Die Leser auf FF-Portalen konsumieren nur noch und schreiben keine Reviews mehr. Nun, pauschalisieren kann man das selbstverst\u00e4ndlich nicht. Mit Gl\u00fcck kann man sich eine Stammleserschaft aufbauen, doch hat man kein Gl\u00fcck, steht man im Regen \u2026<br \/>\nDarum werde ich die missliche Lage, in der sich so mancher nicht kommerziell ver\u00f6ffentlichende\u00a0 Autor befindet, etwas genauer beleuchten und vielleicht \u00e4ndert der ein oder andere ja auch seine Einstellung zu Kommentaren und Reviews. Dabei werde ich auch meine pers\u00f6nlichen Erfahrungen mit einbringen, also seid gewarnt, aber wom\u00f6glich wird so klarer, welche Bedeutung Reviews wirklich haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Du schreibst f\u00fcr dich, nicht f\u00fcr die Leser!<\/strong><\/p>\n<p>Nun, kurz gesagt, nein. So einfach ist es dann doch nicht.<br \/>\nUm das zu erkl\u00e4ren, reichen eigentlich wenige Worte: Es kommt auf den Autor an &#8211; und es gibt viele Arten von Autoren.<br \/>\nZum einen w\u00e4ren da die, die einfach aus Lust und Laune hochladen und irgendetwas produzieren. Ohne gro\u00dfe Reflektion, einfach zum Spa\u00df an der Freude. Dann gibt es jene, die ihr Ding durchziehen, unabh\u00e4ngig von dem was passiert. Sie sind gut, aber nicht so sehr bei der Sache, als dass sie sich zu sehr drum k\u00fcmmern w\u00fcrden. Dann gibt es aber noch jene, die mit Leib und Seele bei der Sache sind und FF-Portale f\u00fcr mehr nutzen, als ihr Hobby \u2013 als \u00dcbung und um sich weiterzuentwickeln.<br \/>\nIn der Hinsicht gehen die Meinungen auseinander. Es gibt Leute, die finden FFs seien ein kindischer Zeitvertreib und keine gute Basis, damit ein Autor einsteigen kann. Ich sehe das etwas anders, zu mal gerade in letzter Zeit viele (deutsche) FF-Autoren ihre Werke ver\u00f6ffentlichen konnten. Auch die umstrittene Reihe Shades of Grey hat es zu einem Bestseller gebracht. Zwar sehe ich dies mehr als Negativbeispiel an, da die Reihe schlicht und simpel schlecht ist, aber den Erfolg kann man trotzdem nicht verneinen. Und wie alle wissen, hat Shades of Grey seinen Ursprung im Twilight-FF-Fandom.<\/p>\n<p>Bereits vor einiger Zeit habe ich die Vorteile entdeckt, die FFs mit sich bringen. Originale habe ich auch schon geschrieben \u2013 normale Geschichten, die meinem wirren Kopf entsprungen sind \u2013 aber wirkliche Aufmerksamkeit erh\u00e4lt man auf FF-Portalen, indem man zu Fandoms schreibt. Fans gibt es \u00fcberall und darauf kommt es an. Will man sich also weiter entwickeln und erste Versuche starten, eignen sich diese Seiten sehr wohl. Bis zu einem gewissen Punkt zumindest &#8211; Denn Autoren, die ihr Herzblut in eine Geschichte stecken, sei sie noch so klein und unbedeutend, haben schlechte Karten \u2013 entweder kommen gar keinen Kommentare oder die Leute h\u00f6ren pl\u00f6tzlich auf zu schreiben. Die Gr\u00fcnde sind vielf\u00e4ltig, als Neuling hat man es erst mal \u00fcberall schwer und wenn man dann in einem unbekannten Fandom ist, kann es unter Umst\u00e4nden noch schwieriger werden.<br \/>\nAber jetzt hei\u00dft es Achtung! Regel Nummer 1: sprich es ja nicht an.<\/p>\n<p>Wenn man darauf aufmerksam macht, tritt eine Lavine in Kraft, die unaufh\u00f6rlich weiter rollt.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach sind FF-Portale f\u00fcr den Austausch da. Man l\u00e4d hoch, bietet etwas an und bekommt etwas daf\u00fcr &#8211; In Form von Reviews. So sollte es ablaufen, aber leider ist dies l\u00e4ngst nicht mehr die Norm. Macht man auf ausbleibende Reviews aufmerksam, f\u00e4ngt das Geschrei erst richtig an. Es gilt: Autoren haben nicht das Recht, Reviews zu verlangen. Man soll die Leser zu nichts zwingen.<br \/>\nTut man es doch, kann man einen Shitstorm ausl\u00f6sen, der sich gewaschen hat: <em>Man schreibt f\u00fcr sich, nicht f\u00fcr andere. Man hat ja noch die Favoriten. Kommentare sagen nichts \u00fcber Qualit\u00e4t aus. Man soll froh sein, dass \u00fcberhaupt wer schreibt. Man hat doch schon Kommentare, dann soll man sich nicht beschweren. Und da man schon welche hat, wieso sollten die anderen dann noch schreiben? Leute, die nach Kommentaren fragen, bekommen grunds\u00e4tzlich keine von mir!<\/em><br \/>\nDie Liste ist lang und geht noch weiter \u2026 aber was sagt uns das? Nun, b\u00f6se Zungen k\u00f6nnten sagen, die Leser sind nicht nur Faul, sondern auch noch dreist. Die Autorenschaft hat sich einen Begriff f\u00fcr solche Leser ausgedacht \u2013 Schwarzleser. Eine sarkastische Bezeichnung (angelehnt an nicht zahlende Stra\u00dfenbahnfahrer) die den Nagel auf den Kopf trifft, aber vollkommen verp\u00f6nt ist. Wieso? Weil niemand die Leser zwingen kann, etwas zu lesen und zu kommentieren. Den Autor (der kostenlos etwas zu Verf\u00fcgung stellt !) muss man ja nicht bezahlen, folglich kann es keine Schwarzleser geben.<\/p>\n<p>Viele Seiten, auf denen die Funktion angeboten wird, FanFiktion zu ver\u00f6ffentlichen, weisen zudem ausdr\u00fccklich darauf hin, sogenanntes <em>Kommentar-Gebettel<\/em> zu unterlassen. Das hat den Ursprung darin, dass viele Autoren unter ihre Kapitel Ultimaten gesetzt haben, erst bei X Reviews weiter zu schreiben. (Was wiederum darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass keine Kommentare kommen, aber da dreht man sich im Kreis \u2026)<br \/>\nIm Grunde ist es sehr erschreckend, dass die Seitenbetreiber den Autoren aktiv Steine in den Weg legen. Kommentar-Gebettel als solches ist nat\u00fcrlich nervend \u2013 aber denkt man genau dr\u00fcber nach, ist es so unbegr\u00fcndet? Ja, den armen Leser nervt es, wenn unter jedem Kapitel darauf hingewiesen wird, Kommentare da zulassen. Aber wird dar\u00fcber nachgedacht, wieso sich diese Anmerkungen h\u00e4ufen? Nicht wirklich.<br \/>\nEs werden sogar explizit Texte ver\u00f6ffentlicht, die den Autoren sagen, man hat von Anfang an keine Reviews zu erwarten und das diese nicht wichtig seien. Ebenfalls wird darauf hingewiesen, das man auf die Favoritenzahlen achten soll, die sagen auch viel aus und das man im Grunde ja f\u00fcr sich selbst schreibt. Nun, dies ist irgendwo richtig \u2026. Nur wird da ein sehr wichtiger Punkt au\u00dfer Acht gelassen.<br \/>\n<em>Ich schreibe f\u00fcr mich, aber f\u00fcr wen lade ich hoch?<\/em><br \/>\nMan schreibt grunds\u00e4tzlich f\u00fcr sich selbst. ABER als Autor hat man auch grunds\u00e4tzlich ein Publikum, f\u00fcr das man schreibt, das geh\u00f6rt zum Job dazu. Man schreibt immer f\u00fcr den implizierten Leser, das ist ein Fakt.<\/p>\n<p>Niemand denkt dar\u00fcber nach, dass Autoren ihre Geschichten extra hochladen. Sich extra auf Seiten anmelden, die Geschichten kostenlos zur Verf\u00fcgung stellen und im besten Fall auch noch optisch der Seitenformatierung anpassen, damit es f\u00fcr den Leser optimal ist. Der Akt des Hochladens, des Teilens F\u00dcR die Leser wird niemals angesprochen. Ich schreibe f\u00fcr mich, aber f\u00fcr dich, werter Leser, lade ich hoch. Weil mich deine Meinung interessiert.<br \/>\nAber w\u00fcrde so etwas \u00f6ffentlich gesagt, w\u00e4re das was? Korrekt, ein weiteres Ultimatum, in dem man droht, abzubrechen, weil man keine Kommentare bekommt.<br \/>\nDoch ohne Kommentare bleibt irgendwann die Motivation aus.<br \/>\nMotivation ist das A und O und ja, auch sehr schmeichelnd. Nat\u00fcrlich. Aber ist es so verwerflich, wenn ein Autor keine Lust mehr hat, etwas hochzuladen, wenn sowieso kein Feedback kommt? Fehlendes Feedback ist ein Killer. Denn Favoriten &#8211; sch\u00f6n und gut \u2013 schweigen. 100 Favoriten Eintr\u00e4ge, einer schreibt:<em> Geile Story, mach weiter!!!111elf11!!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>20 Kapitel, aber nicht mehr!!<\/strong><\/p>\n<p>Ich ziehe mal eine Bilanz.<br \/>\nAn einer Geschichte kann ich durchaus 6 Monate bis ein Jahr sitzen. Als angehender Autor, f\u00fcr den die FF-Portale etwas mehr sind, als M\u00f6glichkeiten ihr Hobby auszuleben, setzt man extrem viel Blut und Schwei\u00df in die Angelegenheit. Ich denke in meiner Freizeit nur an meine Geschichten und will mich immer verbessern, es gut machen. Nicht nur f\u00fcr mich, auch um meinen Lesern etwas Gutes zu bieten &#8211; Was einem aber v\u00f6llig aberkannt wird. Man soll produzieren.<br \/>\nIch bin ein regelm\u00e4\u00dfiger Up-loader. Ich lade seit ca. 6 Jahren f\u00fcr gew\u00f6hnlich w\u00f6chentlich hoch und habe einige Dinge beobachten k\u00f6nnen:<br \/>\nBricht man aus dem eigenen Trott aus, verschwinden die Leser. Schreibt man zu viel, verschwinden die Leser, schreibt man zu wenig, verschwinden die Leser. Ist die Geschichte l\u00e4nger als 20 Kapitel, verliert man die Leser. Schreibt man keinen Sex, verliert man die Leser, schreibt man zu viel Sex, wird man gesperrt. Weist man auf fehlende Kommentare hin, ist man Kommi-geil, mag man keine kurzen Kommentare, ist man arrogant. Bleiben im Sommer Kommentare aus, nutzen die Leser das gute Wetter. Bleiben im Winter die Kommentare aus, liegt das am Winter-tief &#8230;<\/p>\n<p>Ich brauche viel Zeit, um eine Geschichte zu schreiben, ich nutze meine Freizeit voll aus, damit ich auch regelm\u00e4\u00dfig hochladen kann. Ich muss absolut gar nichts davon tun. Zumindest was den letzten Teil angeht. Ich werde nie aufh\u00f6ren zu schreiben. Ich kann Pausen machen, aber ich schreibe, seit ich sechs bin und werde nicht damit aufh\u00f6ren. Aber ich kann damit aufh\u00f6ren, hochzuladen, so wie ich angefangen habe, hochzuladen. Aber merkt man das an, dann erheben sich die Zeigefinger. Es gilt als l\u00e4cherlich, FFs abzubrechen, wenn die Leser ausbleiben. Und wie wird der ein oder andere diesen Blogeintrag bewerten?<em> &#8218;Mimimimimimi&#8216;! Jemand, der schon so viele Kommentare hat beschwert sich!<\/em><br \/>\nMag sein, dass ich viele Kommentare habe. Auf viele Kapitel \u2026 Ich bewerte nicht das Gesamtst\u00fcck, denn bis dahin ist es ein langer Weg, den man mit den Lesern geht (zu sagen, ich lese erst alles und kommentiere dann, ist bei einer Geschichte die 6 Monate lang geht &#8230;sinnfrei) Ich bewerte das Aktuelle. Das n\u00e4chste Kapitel. Von dem ich wei\u00df, 78 Leute werden einen Alert bekommen. Von dem ich wei\u00df, drei oder vier werden es vielleicht schaffen zu schreiben. W\u00e4hrend die anderen still schweigend genie\u00dfen und nicht daran denken, was f\u00fcr eine herbe Entt\u00e4uschung das f\u00fcr einen Autor ist, dem die Sache ernst und wichtig ist.<br \/>\nAber wir d\u00fcrfen ja nicht vergessen: <em>Mimimimimimimimi! Du kannst mich zu nichts zwingen!<\/em><br \/>\nGut, wie w\u00e4r&#8217;s damit:<em> Dann h\u00f6r auf zu lesen. F\u00fcr nichts, gibt\u2019s auch nichts.<\/em><br \/>\nAber leider funktioniert das nicht, denn die Blacklist verhindert nicht das Lesen einer Geschichte, nur das Schreiben von Nachrichten. Man h\u00f6rt die Ironie \u2026 Wenn ich nicht will, dass ArschigerUserXY1988 meine Story liest, deaktiviere ich seine Nachrichtenfunktion. Dass ich immer noch wei\u00df, dass er mitliest, ist in dem Fall unwichtig. Aus den Augen aus dem Sinn? Nun, nein \u2026.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ich wei\u00df nicht, was ich sagen soll \u2026.<\/strong><\/p>\n<p>Meine Damen und Herren, ich werde nun ein Geheimnis offenbaren: Die meisten Autoren laden auf FF-Portalen hoch, weil sie wollen, dass ihre Geschichten von anderen gelesen und kommentiert werden. Das ist ein Fakt.<br \/>\nIch bin eitel genug, zuzugeben, dass mir Kommentare wichtig sind. Man sitzt viele Stunden an einer emotionalen Szene, am H\u00f6hepunkt der Story, am Turning Point! Der Schreibprozess ist emotional aufgeladen \u2026 die Leser schweigen.<br \/>\nUnd JA ich rege mich \u00fcber ausbleibende Reviews auf, aber gleichzeitig lese ich lieber 4 Reviews, die mir sagen, wie sie den H\u00f6hepunkt fanden, anstelle von 30 Reviews mit dem Inhalt: <em>Wow, krasse Schei\u00dfe, weiter!<\/em><br \/>\nAber wenn man an der Stelle bedenkt, dass ich zB 89 feste Leser habe, die jedes Mal eine Nachricht bekommen, wenn ich etwas Neues ver\u00f6ffentliche und bedenke, dass ich auf meiner aktuellen Story 78 Favoriten habe und wenn ich dann bedenke, dass mir ca. 3 Leute pro Kapitel Feedback geben, ist das einfach demotivieren. Tats\u00e4chlich kann ich nicht nachvollziehen, wie man das nicht nachvollziehen kann.<br \/>\nNun gut, ich merke erneut an, ich schreibe hier aus der Sicht eines Autors, der alles in seine Geschichten setzt und dem sie mehr als wichtig sind.<\/p>\n<p>Was hingegen ein trauriges Ph\u00e4nomen zu sein scheint, ist die Tatsache, dass die Leser langsam aber sicher die F\u00e4higkeit verlieren, sich auszudr\u00fccken.<br \/>\n<em>&#8218;Ich wei\u00df nicht, was ich dazu sagen soll, darum schreibe ich erst gar nichts.&#8216;<\/em><br \/>\nWer kennt diesen Satz nicht?<br \/>\nLiebe Leser, dies ist gelinde gesagt, mehr als ausgelutscht. Allerdings kommt es zunehmend vor. Viele Leser greifen darauf zur\u00fcck, kurze Kommentare zu hinterlassen um zu sagen, dass einem die gesamte Story gef\u00e4llt und man auf ein baldiges neues Kapitel hofft. Es ist ganz klar, dass solche Aussagen einen freuen, das streitet niemand ab. Leider sagen dem Autor solche Kommentare nichts zum aktuellen Kapitelverlauf. Bleibt die Frage, ob es wirklich so schwer ist, das, was man w\u00e4hrend eines Kapitel beim Lesen f\u00fchlt, in Worte zu fassen. Welche Szene, welche Stelle hat mir am besten gefallen? Warum ist das so? Was fand ich nicht gut? Welche Figur mag ich? Welche nicht?<br \/>\nIn der Schule lernt man die Grundregeln des Feedback \u2026 scheinbar nicht mehr. Die einfachsten Aussagen k\u00f6nnen schon hilfreich sein und niemand erwartet akademisch formulierte Romane aus dem Sachbuch. Wieso also nimmt man sich nicht die Zeit f\u00fcr ein Review?<br \/>\nUm am Ende einer Woche ein Kapitel fertig zu haben und besten Falls auch vorzeigen zu k\u00f6nnen, schreibe ich <strong>t\u00e4glich<\/strong> um die drei bis vier <strong>Stunden<\/strong>. Abends, in meiner Freizeit, nach der Universit\u00e4t, nach anderen Arbeiten und neben dem Privatleben. Das ist viel Zeit. Verteilt auf 7 Tage (einige Autoren brauchen Monate f\u00fcr ein Kapitel-Upload) \u2026 Setzt man dies im Vergleich auf die ca. halbe Stunde bis Stunde, die man sich an ein Kapitel zum Lesen setzt, ist das wenig. Ein Review zu schreiben dauert ca. 5 bis 10 <strong>Minuten<\/strong>. Aber bedenke: es ist die kostbare Zeit des armen Lesers.<br \/>\nEs gibt \u00fcberall Anleitung, wie man Feedback zu FanFiktions schreibt. Die kann und sollte man nutzen.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich habe fr\u00fcher auch jedem Kommentar geantwortet, weil ich meinen Lesern zus\u00e4tzlich eine Freude machen wollte. Denn was man auch oft zu h\u00f6ren bekommt ist:<br \/>\n<em>Ich schreibe keine Kommentare, weil ich darauf ja eh keine Antwort bekomme.<\/em><br \/>\nFolglich setzten einige Leser dies tats\u00e4chlich voraus. Man bringt den Autor, der durch seine Geschichte bereits etwas gegeben hat, in die Verlegenheit, noch mal was geben zu m\u00fcssen. Kommt nichts, bleibt die Review-Box wieder leer.<br \/>\nAlso hei\u00dft es jetzt Geben, Nehmen, Geben, Geben \u2026.?<br \/>\nAbgesehen davon, dass ich pers\u00f6nlich privat wenig Zeit habe und durch die geringe Reviewzahl die Motivation fehlte, habe ich in letzter Zeit nichts mehr beantwortet.<br \/>\nF\u00fcr meine Stammleser tut mir das wirklich leid \u2026 Aber die Konsequenzen m\u00fcssen irgendwo beginnen. Denn vergessen wir eins nicht: ohne Autoren, g\u00e4be es keine FF-Portale. Und darauf k\u00f6nnen wir stolz sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Heute einen Duden gefr\u00fchst\u00fcckt?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich mich so durch die Seiten eines bekannten deutschen FF-Portals klicke, stellt sich mir eine simple Frage. Was ist mit der Rechtschreibung und der Grammatik passiert? Jeder macht mal Fehler, Buchstaben fehlen, sind verdreht, Satzkonstrukte sind falsch, weil der Satz vorher vielleicht anders war \u2026 Aber so manche Geschichte ist ein derartiges Puzzel, dass man sich erst einmal durch den Text w\u00fchlen muss, um zu verstehen, worum es geht.<br \/>\nRechtschreibung und Grammatik fehlen v\u00f6llig, aber was die Sache so skurril macht, ist &#8211; solche FFs sind sehr beliebt. Kurze, knackige Kapitel, null Punktuation, Grammatik hat sich verabschiedet, Rechtschreibung sitzt unterm Tisch und heult, w\u00e4hrend Naruto Sasuke entjungfert und sie es so richtig hart treiben \u2013 Ende Kapitel Eins. PWP? Immer gerne!<\/p>\n<p>Vielleicht liegt es an mir, aber ich habe schon einige sinnfreie Geschichten gelesen, die mehr als unter der G\u00fcrtellinie waren und in Kommentaren ertrunken sind. Eine 0-8-15 Geschichte (und ja, als Literaturwissenschaftlerin KANN ich mir ein Urteil erlauben) mit ca. 2000 W\u00f6rter-Kapitel und \u00fcber 500 Kommentaren? Gut geschriebene Geschichten, die nahe am Roman-Niveau liegen, gehen unter.<br \/>\nIch bin mir nicht sicher, wie ich dieses Ph\u00e4nomen beschreiben soll, doch es f\u00e4llt zunehmend auf, dass eher anspruchslosere Geschichten weitaus beliebter zu sein scheinen, als gut durchdachte Stories. Auf meine erste FanFiktion habe ich pro Kapitel 12 Kommentare bekommen! 12, bei ca. 118 Favoriten. Und diese Geschichte hatte keine Reinschrift, keine Beta, keine Formatierung und war nicht sonderlich durchdacht. Meine aktuellen Werke haben ein ganz anderes Niveau \u2026 behaupten meine 3-4 Stammleser.<br \/>\nWoran liegt das? Schreckt Niveau die Leser ab? Denken sie, sie m\u00fcssen selbst ein Monster-Review schreiben? Niemand erwartet eine akademische Literaturkritik, das d\u00fcrfte bekannt sein.<br \/>\nIch bin jedenfalls mehr als verwirrt und finde es sehr traurig. Vielleicht, und nun wird es etwas sarkastisch, geben sich die Autoren solcher Geschichten einfach gerne mit Ein-Wort-Kommentaren zufrieden. Nicht, dass man sich nicht auch daran erfreuen k\u00f6nnte, aber seien wir ehrlich<em> Oh, voll geil, schreib schnell weiter!<\/em> Ist zwar nett, sagt mir als Autor aber \u2026 nichts.<br \/>\nDoch Vorsicht, man will ja nicht undankbar und arrogant erscheinen. Wo ist da die Gerechtigkeit? Genau, sie ist nicht existent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zu guter Letzt \u2026.<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><em>Ich schreibe so gut wie nie Kommentare, weil ich keine Lust darauf habe<\/em><\/li>\n<li><em>Ich gebe niemandem ein Kommentar, der direkt oder indirekt danach fragt<\/em><\/li>\n<li><em>Ich bin so schreibfaul \u2026<\/em><\/li>\n<li><em>Mir f\u00e4llt da eh nie was ein.<\/em><\/li>\n<li><em>Kapitel unter 2000 W\u00f6rtern lese ich nicht<\/em><\/li>\n<li><em>Kapitel \u00fcber 2000 W\u00f6rtern lese ich nicht<\/em><\/li>\n<li><em>Mehr als eine Woche warten \u2026 das lohnt sich nicht<\/em><\/li>\n<li><em>Wieso Kommentare schreiben? Der\/Die hat doch schon so viele!<\/em><\/li>\n<li><em>Kommentare werden freiwillig gegeben und das kann jeder handhaben wie er will<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir k\u00f6nnen also festhalten, die vermeidlichen Gr\u00fcnde, wieso Leser keine Kommentare schreiben, sind zahlreich, doch betrachtet man sie genauer, sind es relativ egoistische und dreiste Argumente.<br \/>\nEs werden immer mehr Gr\u00fcnde gefunden, wieso man <em>keine<\/em> Kommentare schreiben muss, aber fangen wir doch damit an, Gr\u00fcnde zu sammeln <em>warum<\/em> man Kommentare schreiben muss.<br \/>\nDie Seiten-Betreiber sollten das aktiv unterst\u00fctzen, sei es nun durch ein Kommentarfeld unter jedem Kapitel oder durch eine gro\u00dfe kursive fette Schrift.<br \/>\nGebt den Autoren etwas zur\u00fcck, dann w\u00fcrden auch weniger Autoren aufh\u00f6ren, zu ver\u00f6ffentlichen. Ich kenne sehr viele gute Geschichten, die aufgrund von ausbleibendem Feedback abgebrochen wurden. Das ist nicht l\u00e4cherlich, sondern die direkte Konsequenz von Demotivation. Man schreit in den leeren Wald und es kommt nicht mal ein Echo zur\u00fcck.<br \/>\nEs ist schon traurig, dass manche Leser nur schreiben, wenn man in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden subtil darauf hinweist. Dann kriechen die Eintagsfliegen aus ihren Ecken und betteln, man darf nicht aufh\u00f6ren und soll weiter schreiben und in Zukunft w\u00fcrden sie auch immer ein Review dalassen, halten aber doch nicht was sie versprechen.<br \/>\nEs l\u00e4sst einen die Augen verdrehen, wenn sich erst dann alle zu Wort melden.<br \/>\nEs juckt einem unter den Fingern, auf die oben genannten Aussagen zu antworten, die einem immer wieder entgegen geworfen werden. <em>Ich bin faul, dachte aber, ich schreib auch mal&#8230;.<\/em> Oh wie sch\u00f6n? Willst du jetzt einen Keks? Danke, dass du deinen Hintern hochbekommen hast? Nein, was erwartet wird ist ausschweifender Dank. Danke, dass du so gn\u00e4dig warst, mir unwichtigem Autor, der dir Stoff zu deinem Lieblingsfandom liefert, ein Review zu hinterlassen. Ich bin deiner unw\u00fcrdig und bin bereit vor dir zu buckeln, damit das n\u00e4chste Review kommt.<br \/>\nMuss das wirklich sein? Nein, denn genaugenommen ist es andersherum.<br \/>\nDie Einstellung, die auf den FF-Portalen herrscht, sollte grundlegend ge\u00e4ndert werden und vielleicht sollte die oder andere Seite die Leser endlich aufkl\u00e4ren:<br \/>\nFanfiktion-Seiten bieten gro\u00dfe Archive, in denen Autoren ihre Geschichten ver\u00f6ffentlichen k\u00f6nnen. Die Aufgabe des Lesers ist hierbei lesen <strong>und<\/strong> Feedback geben.<\/p>\n<p>Bleibt die Frage, was passiert, wenn man auf die erste Seite seiner Story in den Disclaimer schreibt:<br \/>\n<em>Bitte lest nur, wenn ihr auch kommentiert. Ohne nichts, gibt\u2019s auch nichts und Feedback ist mir wichtig.<\/em><br \/>\nIch w\u00fcrde wetten, dass die Kommentare ausbleiben oder Kommentare bez\u00fcglich dieses Satzes kommen, nicht zu der eigentlichen Geschichte. Aber lohnt es sich, so einen Versuch zu wagen und das eigene &#8218;Image zu sch\u00e4digen&#8216;, weil man etwas im Austausch f\u00fcr das, was man gegeben hat, verlangt?<br \/>\nBeziehe ich mich auf meine pers\u00f6nliche Statistik, hat meine aktuelle Story 78 Favoriten. 3 bis 4 schaffen es, die Tastatur zu benutzen. 3 bis 4 sind dazu in der Lage, sich auszudr\u00fccken. Die anderen 74 sind schweigende Zahlen, die mich anglotzen. Steht das im Verh\u00e4ltnis zueinander? Nein.<\/p>\n<p>Stellt euch vor, ihr ladet Freunde zum Essen ein und fragt anschlie\u00dfend, wie es ihnen geschmeckt hat, weil ihr ewig lange in der K\u00fcche gestanden habt, um ein perfektes drei G\u00e4nge Men\u00fc zu zaubern &#8211; und sie w\u00fcrden schweigen, euch anglotzen und einfach wieder gehen.<br \/>\nWas w\u00fcrdet ihr dazu sagen?<\/p>\n<p>Als passionierter Autor kann man nicht mal gerade sagen, dann lade ich die eben nie wieder zum Essen ein und koche nicht mehr f\u00fcr sie. Wenn man ein richtiger Autor ist, kann man das Schreiben nicht einfach einstellen. Das ist ein Ding der Unm\u00f6glichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>**PS: Dieser Artikel bezieht sich auf niemanden pers\u00f6nlich, sondern fasst ausschlie\u00dflich eigene Beobachtungen auf. Ebenso ist dies meine pers\u00f6nliche Meinung.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8218;Sei gef\u00e4lligst dankbar \u2026.!&#8216; Zur Feedback &#8211; Problematik &nbsp; Heute werde ich es mir anma\u00dfen, ein Tabu-Thema anzusprechen, das immer wieder Diskussionen ausl\u00f6st \u2013 sofern man nat\u00fcrlich in der passenden Szene unterwegs ist. Die Szene, \u00fcber die ich berichten m\u00f6chte, ist die FanFiktion-Szene. Die Floskeln, was FanFiktion ist, was es genau beinhaltet, wo seine Urspr\u00fcnge &hellip; <a href=\"https:\/\/rose.dpin.de\/?p=115\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">&#8218;Sei gef\u00e4lligst dankbar \u2026.!&#8216;  Zur Feedback &#8211; Problematik<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,2],"tags":[23,21,14,19,15,16,20,17,22,18],"class_list":["post-115","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kreatiefes","category-schreiben","tag-autoren","tag-buecher","tag-fanfiktion","tag-feedback","tag-ff","tag-kommentare","tag-kommentargebettel","tag-reviews","tag-schreiben","tag-schwarzleser"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rose.dpin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/115","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rose.dpin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rose.dpin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rose.dpin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rose.dpin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=115"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/rose.dpin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/115\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":130,"href":"https:\/\/rose.dpin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/115\/revisions\/130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rose.dpin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=115"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rose.dpin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=115"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rose.dpin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=115"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}